„Beeinträchtigte Vermarktungsstrategie“

In der Online-Ausgabe der thailändischen Wirtschaftszeitung Stock News Online (ข่าวหุ้น) erschien am 26.01.2015 ein – allerdings anonymer – Kommentar zur nachträglichen Amtsenthebung der Ex-Premierministerin Yingluck Shinawatra (ยิ่งลักษณ์ ชินวัตร). Hier die deutsche Übersetzung des Kommentars von PWT: Weiterlesen

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Yingluck Shinawatra

Seit der Ankündigung ihrer Kandidatur im Mai 2011 war Yingluck Shinawatra (ยิ่งลักษณ์ ชินวัตร) umfassender Kritik von allen Seiten ausgesetzt – „every step of her actions“[1] wurde von der thailändischen Gesellschaft, dem Militär, der oppositionellen Demokratischen Partei und von ihrem eigenen Kabinett genau verfolgt[2]. Weiterlesen

Ein Taxifahrer und ein Panzer oder ein erschüttertes Selbstverständnis des thailändischen Militärs

Der Militärputsch am 06.09.2006 gegen den damaligen Regierungschef Thaksin Shinawatra verlief weitgehend friedlich und wurde deshalb – nicht zuletzt auch von der internationalen Presse – als eine erneut belegte Besonderheit der thailändischen Politik bewundert, immer wieder große Veränderungen ohne Blutvergießen herbeiführen zu können. Drei Wochen nach dem Putsch, genauer gesagt am 30.09.2006, fuhr der damals 60-jährige Taxi-Fahrer Nuamthong Phaiwan´[1](นวมทอง ไพรวัลย์) als Protest gegen den Putsch mit seinem Taxi in einen in Bangkok stationierten Panzer. Ein Selbstmord als symbolischer Akt, ein Zeichen des zivilen Widerstands gegen die von vielen als erdrückend wahrgenommene Macht des Militärs. Weiterlesen

Hate Speech / Hassrede. Verliert das Land des Lächelns seine Moral?

„Alle, die ihr uns zuhört, erhebt euch, so dass wir alle für unser Ruanda kämpfen können. Wir müssen den Tutsi ein Ende bereiten, sie auslöschen, aus dem Land herausfegen.“[1]

So klang es 1994 aus den ruandischen Radios. Damals wurden mehr als 800 000 Angehörige der Tutsi-Minderheit ermordet. Heute weiß man, dass die Medien in Ruanda während der Zeit des Völkermords eine tödliche Rolle spielten. Vor allem der Radiosender RTLMC (Radio-Télévision Libre des Mille Collines) nutzte das Massenmedium, um extremistisches Gedankengut zu verbreiten und rief dazu auf, die Bevölkerungsgruppe der Tutsi ausnahmslos auszumerzen. Die Verantwortlichen sind heute zu Gefängnisstrafen verurteilt.[2]

Was hat das mit Thailand zu tun?

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Thailands Ausweg aus der Krise. Ein Interview mit Prajak Kongkirati

Es ist auch ein Anliegen von Passau Watching Thailand (PWT), authentische Stimmen aus Thailand zu bloggen, vor allem in Form von Interviews. Hier ein weiteres Interview mit Prajak Kogkirati (ประจักษ์ ก้องกีรติ), einem jungen und vielversprechenden Politologen der Thammasat University in Bangkok. Außerdem ist Prajak ein führendes Mitglied der Assembly for the Defence of Democracy (AFDD), die den Thailändern als สมัชชาปกป้องประชาธิปไตย bekannt ist. Das Interview wurde von Thaweeporn Kummetha und Pinpaka Ngamsom von der thailändischen Net-Zeitung Prachatai (ประชาไท) auf Thailändisch geführt und am 28.02.2014 veröffentlicht[1]. Nach der Demission von Yingluck Shinawatra von ihrem Premierministeramt durch das Verfassungsgericht hat das PDRC für heute, den 09.05.2014, seine Anhänger zur „allerletzten Schlacht“ aufgerufen. Während das PDRC alle seine Kräfte mobilisiert, um ihre Ziele durchzusetzen, wäre es wichtig, noch einmal anhand dieses Interviews festzuhalten, was diese Protestbewegung eigentlich will.

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Thailands nächste Schicksalstage

Thailand stehen demnächst weitere Schicksalstage bevor. Hier ein Überblick:

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3 Lesarten einer kurzen Vorgeschichte der politischen Krise in Thailand

Sicherlich hat die politische Transformation in Thailand nicht erst im Jahr 1997 begonnen. Aber das Jahr war ein wichtiger Meilenstein, zumal in jenem Jahr eine neue Verfassung verabschiedet wurde, die dem politischen System des Landes ein neues Gesicht geben sollte. Vor diesem Hintergrund kann die Zeit zwischen 1997 bis zum Beginn der PDRC-Protestbewegung Ende 2013 als eine Art Vorgeschichte gelesen werden. Und für diese Vorgeschichte kann es je nach politischem Standpunkt bis zu 3 unterschiedliche Lesarten geben.

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Der riskante Weg, der vor uns liegt, um einen Bürgerkrieg zu umgehen

von David Streckfuss (Publizist und unabhängiger Sozialwissenschaftler sowie Autor des Buches „Truth on Trial in Thailand“; Erstveröffentlichung des Textes von BangkokPost.com am 26. März 2014; Übersetzung von Passau Watching Thailand)

Langsam aber sicher heizt sich die politische Situation in Thailand zu etwas auf, was einem Bürgerkrieg ähnelt. Bürgerkriege sind per se aus blutige Angelegenheiten, die das Schlechteste in jedem hervorbringen. Und wenn man auf allen Seiten die Fanatiker von der Leine lässt, dann gibt es keine Helden.

Um einen Bürgerkrieg zu vermeiden gibt es nur noch wenige Möglichkeiten, die leider alle mit Risiken einhergehen. Die erste wäre, sich so gewissenhaft wie möglich im Sinne der Verfassung handeln.

Die Anullierung der Wahl vom 2. Februar hat viele, wenn nicht sogar die Mehrheit, die wieder einmal das Gefühl hat, dass Volkes Wille ein Strich durch die Rechnung gemacht wurde, verbittert.

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Chronik: Vorgeschichte der momentanen politischen Krise in Thailand

3 Lesarten der Chronik: Ein Versuch

Für die Vorgeschichte, der seit 1997 andauernden politischen Krise in Thailand, kann es bis zu 3 unterschiedliche Lesarten geben, je nach politischem Standpunkt:

1. Die gelbe Lesart

Gelb ist die Farbe des Königs und wurde von der PAD (People’s Alliance for Democracy) als Farbe ihrer Bewegung verwendet, was zur Bezeichnung „Gelbhemden“ geführt hat.

2. Die rote Lesart

Rot ist die Farbe der Revolution (etwa kommunistischer bzw. sozialistischer Art) und Rot ist auch bis heute die Farbe der UDD (United Front of Democracy against Dictatorship), des organisierten Teils der „Rothemden“.

3. Eine dritte Lesart

Man kann die Vorgeschichte der momentanen Krise jedoch auch anders lesen, und zwar als Geschichte eines vielschichtigen, politischen Machtkampfs.

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