Oder sollen wir doch unsere Werte reformieren?

Baitonghaeng (ใบตองแห้ง) bedeutet ein dürres Bananenblatt. Es ist das Pseudonym des thailändischen Journalisten Atukkit Sawangsuk (อธึกกิต แสวงสุข). Es gibt in Thailand ein Sprichwort “หมาเห่าใบตองแห้ง” (Mah hau baitong haeng / Ein Hund bellt ein dürres Bananenblatt). Es ist mit dem deutschen Sprichwort “Hunde, die bellen, beißen nicht” vergleichbar. Mit dem Pseudonym vergleicht der Journalist sich selbst wohl mit einem “dürren Bananenblatt”, das “Hunden” so viel Angst machen kann, dass diese es anbellen müssen. Er reflektiert in seinem am 03.01.2015 in der thailändischen Tageszeitung Khaosod (ข่าวสด) veröffentlichten Beitrag unter dem Originaltitel „ปฏิรูปค่านิยมไหม“ über die zunehmende Moralisierung der Politik in Thailand. Weiterlesen

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Beschäftigungslose Generäle

von Kanda Naknoi[1]

Vor kurzem habe ich eine Nachricht über zwei thailändische Generäle gelesen, die einen thailändischen Mitbürger wegen angeblicher Beleidigung von König Naresuan (1555-1605) angezeigt hatten. Dabei beriefen sich die beiden Angehörigen des Militärs auf § 112 des thailändischen Strafgesetzbuches, den sogenannten Majestätsbeleidigungsartikel.[2] Nach der Lektüre dieser Meldung fragte ich mich, warum thailändische Generäle die Zeit übrig haben, Anzeigen gegen Bürger aufgrund solcher Vergehen erstatten können. Ich fragte mich, ob Thailand vielleicht zu viele Generäle und gleichzeitig zu wenig Arbeit für diese habe. Ich habe angefangen, darüber zu recherchieren, und bin über die Ergebnisse recht erstaunt. Weiterlesen

Geplante strafrechtliche Verfolgung von Vergehen gegen den Buddhismus

Das zentrale Verwaltungsorgan der Putschisten, der National Council for Peace and Order (NCPO), hat kürzlich einen spätestens seit 2007 (also kurz nach dem vorletzten Militärputsch), vom Amt für buddhistische Angelegenheiten erarbeiteten, aber umstrittenen[1] Entwurf des Gesetzes zur Förderung und zum Schutz des Buddhismus bewilligt und ihn an den Staatsrat und dann an die Regierung sowie die gesetzgebende Nationalversammlung zur Überprüfung und Verabschiedung weitergeleitet.[2] Weiterlesen

Nachdenken über das Kriegsrecht

Normalerweise müssen die Ausführenden eines Staatsstreichs in Thailand als Allererstes die Verfassung außer Kraft setzen, damit ihre Handlung, der Staatsstreich, nicht als illegaler Akt ersten Ranges, also als Hochverrat eingestuft werden kann. Durch die Außerkraftsetzung der Verfassung erlangen sie somit den Status des Souveräns. Sie dürfen fortan alle Gesetze selbst bestimmen (Legislative), die Einhaltung der von ihnen erlassenen Gesetze überwachen (Judikative) und das Land so regieren, wie ihnen beliebt ist (Administrative), wie PWT bereits darüber gebloggt hat. Weiterlesen