Thailand im 6. Monat unter Kriegsrecht

Bereits zwei Tage vor dem jüngsten Militärputsch am 22.05.2014 wurde das Kriegsrecht für das gesamte Königreich von Thailand vom thailändischen Militär unter der Führung des damaligen Oberkommandierenden des Heeres und des nun alleinigen Militärmachthabers General Prayuth Chan-ocha (ประยุทธ์ จันทร์โอชา) ausgerufen, ohne dass dabei die Regierung vorher informiert worden war und ohne dass ein erforderliches königliches Dekret hierfür vorlag. Über diese Problematik hat PWT bereits hier und hier und hier ausführlich gebloggt. Weiterlesen

Kicken statt Sandwich und Handgruß

Die thailändische Junta hat seit ihrem Militärputsch am 22.05.2014 große Anstrengungen unternommen, um jegliche Formen von Protest und öffentlicher Meinungsäußerung zu unterbinden. Bislang hat es bereits mehrere Formen von Protest gegen den Militärputsch gegeben. Dazu gehören bekanntermaßen der Gruß mit drei gestreckten Fingern, das Lesen und das Sandwich-Essen. Weiterlesen

Jugendcamp zur Implementierung der 12 idealen Werte nach General Prayuth

Seit dem Militärputsch am 22.05.2014 spricht jeden Freitag der Anführer des Putsches und Premierminister General Prayuth Chan-ocha in einer eigenen TV-Sendung zum Volk über die Arbeit des zentralen Verwaltungsorgans der Putschisten, National Council for Peace and Order (NCPO). In der Sendung mit dem programmatischen Namen „คืนความสุข ให้คนในชาติ“ („Kuen Kwam Suk Hai Kon Nai Chat“ =  „Den Menschen in der Nation das Glück zurückbringen„) am 10.10.2014 sprach der alleinige Machthaber erneut das Thema „Die 12 idealen Werte für Thailänder“ an. Weiterlesen

Kriegsrecht als Marketing-Gag

Den thailändischen Tageszeitungen Thai Rath (ไทยรัฐ) und Post Today (โพสต์ทูเดย์) zufolge plant die thailändische Tourismusbehörde (TAT) eine neue Tourismuskampagne unter dem Motto „24 Hours Enjoy Thailand“. Im Mittelpunkt der Kampagne soll das seit dem Militärputsch herrschende Kriegsrecht stehen, das nach Ansicht der Behörde kein Hindernis für sichere Reisen in Thailand rund um die Uhr darstellt. Weiterlesen

Thailands 29. Premierminister

Die Vorgeschichte:

Nach einer halbjährigen, durch die PDRC-Bewegung herbeigeführten politischen Krise hatte das thailändische Militär unter Führung des Oberkommandierenden des Heeres General Prayuth Chan-ocha (ประยุทธ์ จันทร์โอชา) am 22.05.2014 geputscht. Die Interimsregierung der kurz zuvor per Urteil des Verfassungsgerichts aus dem Amt entfernten Ex-Premierministerin Yingluck Shinawatra (ยิ่งลักษณ์ ชินวัตร) wurde abgesetzt und die Armee riss die politische Macht an sich . General Prayuth hatte sich zum Chef des National Council for Peace and Order (NCPO) erklärt. Weiterlesen

Thailändische Intellektuelle und die Modernität

Nithi Eawsiwong (นิธิ เอียวศรีวงศ์ / * 8.05.1940) gehört zweifelsohne zu den bekanntesten und bedeutendsten Historikern Thailands. Ferner gilt er als ein scharfsinniger Kommentator der thailändischen Politik. In seinem am 21.07.2014 in der thailändischen Tageszeitung Matichon (มติชน) veröffentlichten Aufsatz „Thailändische Intellektuelle und die Modernität“ („ปัญญาชนไทยกับความทันสมัย“)[1] reflektiert der Historiker über die aufkeimende Anti-Farang-Stimmung seit dem Militärputsch vom 22.05.2014 und in diesem Zusammenhang auch darüber, warum ein nicht unerheblicher Teil der thailändischen Intellektuellen enorme Probleme mit dem westlichen Demokratieverständnis zu haben scheint.
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Die Armee wollte ein Seminar über die Übergangsverfassung an der Thammasat Universität verhindern

Der thailändischen Net-Zeitung Prachatai zufolge sandte der Kommandierende des 1. Artilleriebataillons der Leibgarde der Königin (1st Battery of Artillery Queen’s Guard /กรมทหารปืนใหญ่ที่ 1 รักษาพระองค์) ein Schreiben an den Rektor der Thammasat Universität, in dem er die Universität aufforderte, ein von der Studentenschaft der Universität geplantes Seminar über die Übergangsverfassung zu verhindern. Weiterlesen

Wenn manche mit der TV-Sendung „Den Menschen in der Nation das Glück zurückbringen“ nicht mehr glücklich zu sein scheinen

Seit dem Militärputsch am 22.05.2014 ist "Glück" im Sinne des englischen Wortes "Happiness" (ความสุข) das Wort der Stunde schlechthin. Unzählige Aktivitäten und Projekte sind von den Putschisten initiiert worden, um die Menschen in Thailand glücklich(er) zu machen.[1] Das thailändische Militär scheint absolut überzeugt davon zu sein, dass die thailändische Gesellschaft in der Zeit vor dem Militärputsch eine traumatische, unglückliche Zeit durchlebt hat und der Putsch und die durch ihn eingeleiteten Maßnahmen und Aktivitäten den Menschen im Lande vor allem dieses verloren geglaubte Glück zurückbringen sollen.[2] Weiterlesen

Die Übergangsverfassung als Spiegelbild der Gegenwart und der Zukunft der thailändischen Politik

Die thailändische Übergangsverfassung vom 22.07.2014 besteht aus 2 Teilen: einem über die gegenwärtige Situation und einem über die Zukunft.

Der Teil über die Gegenwart handelt von fünf unterschiedlichen politischen Organen, nämlich dem National Council for Peace and Order (NCPO), der gesetzgebenden Nationalversammlung, dem Nationalen Rat für Reformen, der Regierung und der verfassungsgebenden Kommission. Weiterlesen

Vertragliche Vereinbarung mit den Militärmachthabern

Der thailändische Journalist Pravit Rojanaphruk (ประวิตร โรจนพฤกษ์), der für die in Thailand erscheinende, englischsprachige Tageszeitung “The Nation” arbeitet, gehörte zu den ersten Personengruppen, die das thailändische Militär gleich nach dem Putsch am 22.05.2014 einbestellt und dann gefangen genommen hat. Er war wohl auch der erste, der nach seiner Freilassung publik gemacht hat, dass alle Gefangenen bei der Freilassung eine „vertragliche Vereinbarung“ mit dem Militär unterschreiben müssten und dass dies eben eine Bedingung für die Freilassung sei. Sein Bericht wurde in deutscher Übersetzung von PWT bereits gebloggt. Dass diese vertragliche Vereinbarung tatsächlich eingesetzt wird, wie von Pravit berichtet wurde, wird von der thailändischen Tageszeitung Thaipost (ไทยโพสต์) bestätigt[1]. Weiterlesen