Ist Thailand noch ein Beamtenstaat, oder schon ein Soldatenstaat?

In einer kleinen Nachricht lässt sich die seit dem jüngsten Militärputsch im Mai 2014 allgegenwärtige Entwicklung, wie das militärische Denken Thailand allmählich okkupiert, noch einmal deutlich erkennen. Weiterlesen

Beschäftigungslose Generäle

von Kanda Naknoi[1]

Vor kurzem habe ich eine Nachricht über zwei thailändische Generäle gelesen, die einen thailändischen Mitbürger wegen angeblicher Beleidigung von König Naresuan (1555-1605) angezeigt hatten. Dabei beriefen sich die beiden Angehörigen des Militärs auf § 112 des thailändischen Strafgesetzbuches, den sogenannten Majestätsbeleidigungsartikel.[2] Nach der Lektüre dieser Meldung fragte ich mich, warum thailändische Generäle die Zeit übrig haben, Anzeigen gegen Bürger aufgrund solcher Vergehen erstatten können. Ich fragte mich, ob Thailand vielleicht zu viele Generäle und gleichzeitig zu wenig Arbeit für diese habe. Ich habe angefangen, darüber zu recherchieren, und bin über die Ergebnisse recht erstaunt. Weiterlesen

Der Kampf um Einfluss: Die Beziehungen Thailand-China und Thailand-USA

Egal ob in der Wirtschaft, um Öl oder um Einfluss: Es gibt viele Bereiche, in denen die USA und China sich als Rivalen gegenüber stehen. Und auch in Bezug auf andere Länder treten diese beiden Nationen in Konkurrenz zueinander. Zum Beispiel, wenn es um Thailand geht.

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Nachdenken über das Kriegsrecht

Normalerweise müssen die Ausführenden eines Staatsstreichs in Thailand als Allererstes die Verfassung außer Kraft setzen, damit ihre Handlung, der Staatsstreich, nicht als illegaler Akt ersten Ranges, also als Hochverrat eingestuft werden kann. Durch die Außerkraftsetzung der Verfassung erlangen sie somit den Status des Souveräns. Sie dürfen fortan alle Gesetze selbst bestimmen (Legislative), die Einhaltung der von ihnen erlassenen Gesetze überwachen (Judikative) und das Land so regieren, wie ihnen beliebt ist (Administrative), wie PWT bereits darüber gebloggt hat. Weiterlesen

Letzte Botschaft von Sombat Bung-ngamanong

Sombat Bung-ngamanong (สมบัติ บุญงามอนงค์) alias Bo.Ko. Lai Chud (บ.ก.ลายจุด) wurde am gestrigen Donnerstag (06.06.2014) in einem Wohnhaus in der ost-thailändischen Provinz Chonburi von der Polizei und dem Militär, angeblich unter aktiver Mitwirkung des thailändischen Geheimdienstes festgenommen. Darüber hat PWT bereits ausführlich gebloggt. Medienberichten zufolge hat Sombat eine Audiobotschaft für den Fall vorbereitet, dass er festgenommen werden oder spurlos verschwunden sein sollte. Nach seiner Festnahme wurde diese Botschaft auf Youtube veröffentlicht. Weiterlesen

Kultfigur der Anti-Putsch-Bewegung Sombat Boon-ngamanong festgenommen

„Catch me, if you can“, das war Sombat Boon-ngamanongs (สมบัติ บุญงามอนงค์) Antwort auf die Aufforderung der Militärmachthaber, dass er sich stellen solle. Neben dem ebenfalls einbestellten und vom Militärgericht bereits zu einer Haftstrafe verurteilten Politiker Chaturon Chaisaeng (จาตุรนต์ ฉายแสง), der direkt nach seiner denkwürdigen Presskonferenz gab und an Ort und Stelle dieser Pressekonferenz verhaftet wurde, war der Spruch des gesuchten und untergetauchten Aktivisten, der auch unter dem Pseudonym Bo. Ko. Laichud (บ.ก. ลายจุด), dem punktierten Redakteur, bekannt ist,  die bislang wohl provokanteste Aktion gegen die Machtdemonstration des Militärs. Weiterlesen

Meine Erfahrung in Gewahrsam des Big-Brother-Militärs im Jahr 2014

Der thailändische Journalist Pravit Rojanaphruk (ประวิตร โรจนพฤกษ์), der für die in Thailand erscheinende, englischsprachige Tageszeitung „The Nation“ arbeitet, gehörte zu den ersten Personengruppen, die das thailändische Militär gleich nach dem Putsch am 22.05.2014 einbestellt und dann gefangen genommen hat. Abgesehen von Thanapol Eawsakul (ธนาพล อิ๋วสกุล), Chefredakteur der Zeitschrift „Fa Diew Kan“ (ฟ้าเดียวกัน / “Unter dem gleichen Himmel”), der bei einer Anti-Putsch-Demonstration in Bangkok festgenommen wurde, war Pravit der erste Journalist, der interniert wurde, wie PWT bereits berichtete. Der Grund war offenkundig seine kritische Meinung über die Rolle des Militärs im anhaltenden politischen Konflikt in Thailand, wie sein unmittelbar vor dem Putsch veröffentlichter und ebenfalls von PWT übersetzter Kommentar zur Ausrufung des Kriegsrechts deutlich zeigt.

Pravit wurde am 30. Mai 02014 nach einer einwöchigen Internierung freigelassen und hier ist sein Bericht von der Haft: Weiterlesen

Reihe: Konträre Meinungen – Das Kriegsrecht

Es ist auch ein Anliegen von PWT, thailändische Stimmen in deutscher Übersetzung zu bloggen, weil wir glauben, dass sie mit zu einem umfassenden Verständnis politischer Geschehnisse und Entwicklungen in Thailand beitragen können, vor allem wenn es sich um konträre Meinungen handelt. Dabei sei betont, dass diese authentischen Stimmen nicht unbedingt die Meinung der PWT-Redaktion wiedergeben müssen. Heute geht es um zwei Journalisten, nämlich Pongpet Mekloy (พงศ์เพชร เมฆลอย) und Pravit Rojanaphruk (ประวิตร โรจนพฤกษ์). Beide haben einen ähnlichen Hintergrund: Sie arbeiten als Redakteure bei den zwei wichtigsten englischsprachigen Blättern, Pongpet für Bangkok Post und Pravit für The Nation. Unmittelbar vor dem Militärputsch haben sie jeweils in ihrem Blatt über die vorangegangene Verhängung des Kriegsrechts reflektiert und sind zu gegensätzlichen Schlüssen gekommen Weiterlesen

Thailand: Eine „sanfte Revolution“ in einem glücklichen Land

VON

MITRASAHAI TANNEUNG

In der Türkei heißt es: “Wenn Du schlechte Ereignisse nicht stoppen kannst, kannst Du zumindest die schlechten Nachrichten darüber verhindern”. Dies wurde in Thailand wieder unter Beweis gestellt, als die momentane Militärjunta die schlechten Nachrichten so früh stoppte, dass sie keine schlechten Ereignisse mehr stoppen mussten. Dank ihrer 14. und 15. Anordnung, die allen Medien die Veröffentlichung kritischer Nachrichten und Ansichten über den Coup untersagte, haben nur wenige den Mut es dennoch zu tun. Weiterlesen