Ein Jahr nach dem Putsch

Anlässlich des Jahrestags des jüngsten Militärputschs vom 22.05.2014 gab es an einigen Orten in Thailand Gedenkveranstaltungen. So hat der Zusammenschluss Resistant Citizen Group (พลเมืองโต้กลับ) beim Strafgericht in Bangkok eine symbolische Klage gegen die Putschisten wegen der Verletzung des Art. 113 des thailändischen Strafgesetzbuches erstattet, obwohl ihnen bewusst sein dürfte, wie gering die Aussicht ist, dass das Gericht ihrer Klage stattgeben wird. Gleich nach dem Einreichen sind einige Vertreter dieses Zusammenschlusses Medienberichten zufolge von den Sicherheitskräften in Gewahrsam genommen worden.

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(Foto-Quelle: http://bit.ly/1Hz8rHH)

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(Foto-Quelle: http://bit.ly/1JHAIhF)

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(Foto-Quelle: http://bit.ly/1F6gqsH)

In Khon Kaen wurden sieben Studierende, die der Gruppe Dao Din angehören, bei einem Flashmob zum Militärputsch vom 22.05.2014 am dortigen Demokratiedenkmal ebenfalls festgenommen.

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(Der Spruch auf dem Transparent lautet: „Gegen den Staatsstreich“)

(Foto-Quelle: http://bit.ly/1Hn0oLB)

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(Foto-Quelle: http://bit.ly/1F1z57X)

Sie befinden sich Medienberichten zufolge noch in Gewahrsam. Vor der Polizeistation in Khon Kaen versammeln sich Studierende und Bürger zu einer spontanen Kundgebung und fordern eine sofortige Freilassung der Studierenden.

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(Foto-Quelle: http://prachatai.org/journal/2015/05/59421)

Auch in Bangkok gab es mindestens an zwei Stellen Gedenkveranstaltungen zum einjährigen Jahrestag des Putsches. Eine davon sollte am „Denkmal des 14. Oktobers“ (1973) in der Altstadt von Bangkok stattfinden und wurde von einer Gruppe von Studierenden unter dem Namen „Young People for Social-Democracy Movement, Thailand – YPD“ organisiert.

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(Foto-Quelle: http://on.fb.me/1GugAym)

Auch diese Veranstaltung wurde von den Sicherheitskräften verhindert. Die Organisatoren wurden in Gewahrsam genommen und später wieder freigelassen:

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(Foto-Quelle: http://bit.ly/1c9QjbX)

Die heftigste Auseinandersetzung zwischen den Sicherheitskräften und protestierenden Studierenden fand jedoch vor dem Bangkok Art & Culture Centre statt, vor dem sich zahlreiche Studierende ebenfalls zu einer Kundgebung versammelten. Hier haben die Sicherheitskräfte hart durchgegriffen und zunächst eine kleine Gruppe von Studierenden festgenommen.

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(Foto-Quelle: http://bit.ly/1Q1DSML)

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(Foto-Quelle: http://on.fb.me/1cSgnZX)

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(Foto-Quelle: http://bit.ly/1JHJhZU)

Diese ersten Festnahmen haben dazu geführt, dass weitere Studierende zu der Kundgebung gekommen sind und ein spontanes Sit-In durchgeführt haben, um für eine sofortige Freilassung ihrer Kommilitonen zu protestieren.

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(Foto-Quelle: http://bit.ly/1SoNR2P)

Aber auch dieses Sit-In wurde nach Einbruch der Dunkelheit von den Sicherheitskräften gewaltsam aufgelöst.

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(Foto-Quelle: http://bit.ly/1el6qFn)

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(Foto-Quelle: http://bit.ly/1RaohwM)

(Weitere Fotos siehe u.a.: http://bit.ly/1K9KqY2)

Auch eine Aufzeichnung der gewaltsamen Auflösung der Kundgebung ist inzwischen online:

http://on.fb.me/1HzIwTd

Auch Channel 4 hat eine Aufzeichnung veröffentlicht.

Während der alleinige Machthaber General Prayuth Chan-ocha wie üblich an jedem Freitag seine wöchentliche Rede an die Nation richtet (Motto „Den Menschen das Glück zurückbringen“), versammeln sich Studierende und Bürger vor der Polizeistation Pathumwan in Bangkok. Auch sie fordern eine sofortige Freilassung der festgenommenen Studierenden.

Inzwischen hat eine Gruppe von Wissenschaftlern, Publizisten und Intellektuellen folgende Erklärung veröffentlicht [Deutsche Übersetzung von PWT]:

Eine Erklärung zur Gewaltanwendung gegen Studierende durch das Militär und die Polizei

Das Militär muss alle Gruppen von Studierenden bedingungslos freilassen.

Nachdem das Militär und die Polizei sieben Studierende in der nordost-thailändischen Provinz Khon Kaen (Dao Din Group) sowie weitere 39 Studierende in Bangkok gewaltsam in Gewahrsam genommen haben, nur weil sie friedliche und waffenlose Gedenkveranstaltungen zum Militärputsch durch den National Council for Peace and Order (NCPO) vor einem Jahr abgehalten haben, wollen wir, die Unterzeichnenden, klar stellen, dass diese Studierenden als Bürger in einem demokratischen System das Recht und die Verpflichtung haben, solche Aktionen durchzuführen. Es ist ihr Recht und ihre Verpflichtung, welche keiner ihnen rauben darf und welche keiner verletzen darf.

Aus diesem Grunde fordern wir hiermit das Militär und die Polizei dazu auf, alle diese Studierenden sofort und ohne jegliche Bedingungen freizulassen sowie sie nicht nachträglich zu verfolgen oder zu bedrohen.

Ferner rufen wir Sie – Studierende, Wissenschaftler und Bürger aller Berufe – dazu auf, gemeinsam den NCPO zur sofortigen Freilassung dieser Studierenden aufzufordern, und zwar mit friedlichen Mitteln, die Ihnen zur Verfügung stehen, damit dem NCPO bewusst wird, dass das Volk die diktatorische Macht nicht länger akzeptieren kann.

Text, Übersetzung und Redaktion: ████████████

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