Kriegsrecht als Marketing-Gag

Den thailändischen Tageszeitungen Thai Rath (ไทยรัฐ) und Post Today (โพสต์ทูเดย์) zufolge plant die thailändische Tourismusbehörde (TAT) eine neue Tourismuskampagne unter dem Motto „24 Hours Enjoy Thailand“. Im Mittelpunkt der Kampagne soll das seit dem Militärputsch herrschende Kriegsrecht stehen, das nach Ansicht der Behörde kein Hindernis für sichere Reisen in Thailand rund um die Uhr darstellt.

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(Das Foto zeigt thailändische Soldaten, die am 25.05.2014, drei Tage nach dem Militärputsch, für Sicherheit an der geschichtsträchtigen Ratchaprasong Kreuzung im Zentrum von Bangkok sorgten. Der in weißen Buchstaben geschriebene Spruch auf dem blauen Hintergrund an der Fußgängerüberführung lautet „กรุงเทพฯ … ชีวิตดีๆ ที่ลงตัว“, was mit „Bangkok… ein gutes, perfektes Leben“ übersetzt werden kann.“

Foto-Quelle: Prachatai (ประชาไท), http://www.prachatai.com/journal/2014/10/55961)

Herr Thawatchai Aranyik, Präsident der thailändischen Tourismusbehörde (Tourism Authority of Thailand / TAT) teilte mit, dass die TAT eine neue PR-Strategie plane. Die Kampagne „24 Hours Enjoy Thailand“ habe zum Ziel, ausländische Touristen trotz des Kriegsrechts nach Thailand zu locken. Aktionen in social medias seien geplant, um eine Mundpropaganda zu erzeugen.[1]

Ausländische Touristen, so der TAT-Präsident, sollten davon überzeugt werden, dass sie ohne Bedenken Thailand rund um die Uhr bereisen könnten und das herrschende Kriegsrecht sogar für mehr Sicherheit unter Touristen sorge. „Die TAT wird bunte PR-Programme durchführen. Die Touristen sollen Spaß haben und sich sicher fühlen, dass sie unabhängig davon, ob das Kriegsrecht in Kraft ist oder nicht, normal verreisen können. Sie sollen das Gefühl haben, dass sie sich nicht um ihre Sicherheit zu sorgen brauchen,“ sagte Herr Thawatchai.[2]

Nach Angaben der TAT hat die Tourismusindustrie einen Anteil von 11% an Thailands Bruttoinlandsprodukt. Da die Kampagne „24 Hours Enjoy Thailand“ für Anfang 2015 geplant ist, scheint selbst die thailändische Tourismusbehörde nicht mit einer baldigen Aufhebung des Kriegsrechts zu rechnen.

[1] http://www.thairath.co.th/content/455814, zuletzt aufgerufen am 12.10.2014.

[2] http://goo.gl/ueKCmi, zuletzt aufgerufen am 12.10.2014.

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