1984: Ahmt nun das Leben die Literatur nach?

Mitte 2012 herrschte in der thailändischen Öffentlichkeit große Aufregung, nachdem zunächst im Internet und dann in herkömmlichen Medien die erschreckende Nachricht die Runde gemacht hatte, dass internationalen Studien zufolge ein Thailänder im Schnitt 7 oder 8 Sätze pro Jahr lese.[1] Ob es diese Untersuchung tatsächlich gab, kann leider nicht nachweislich bestätigt werden.[2] Auch wenn die bis heute nicht belegbare Statistik angesichts ihrer sehr unwahrscheinlichen Daten (7 oder 8 Sätze pro Jahr!) (relativ) unglaubwürdig erscheint, hat sie sich aufgrund ihrer niederschmetternden und deshalb sensationell klingenden Information dennoch verselbständigt und ist immer wieder zitiert worden, wenn es um das Leseverhalten der Thailänder geht.[3] Als die UNESCO Mitte 2013 Bangkok zur Welthauptstadt des Buches ausrief,[4] wundert es vor diesem Hintergrund auch nicht, dass manche die Ausrufung für einen schlechten Scherz hielten[5]. Sie fragten sich, ob die UNESCO mit dem Projekt Thailand bloßstellen bzw. eine neue Art der Entwicklungshilfe für das Land betreiben wollte.

Die Tatsache jedoch, dass in Thailand im internationalen Vergleich wenig gelesen wird, ist nicht zu leugnen. Einer gesicherten Studie der Publishers and Booksellers Association of Thailand (PUBAT) aus dem Jahr 2010 zufolge las der durchschnittliche Thailänder 5 Bücher pro Jahr, während es in dem gleichen Zeitraum bei einem Malaien 40, bei einem Singapurer 45 und bei einem Japaner gar 50 Bücher pro Jahr waren.[6] Ferner hat PUBAT im Jahr 2006 herausgefunden, dass der durchschnittliche Thailänder jährlich 260 Baht, also lediglich 0,18 % seines Jahreseinkommens, für den Erwerb von Büchern ausgab.[7] So gab beispielsweise auch der SWR einem im Frühjahr 2014 ausgestrahlten Feature über die thailändische Gegenwartsliteratur den Titel „No Bookstores in Bangkok. Auf der Suche nach der thailändischen Literatur“. Das Feature von Gabi Schlag beginnt mit der folgenden, tragik-komischen Schilderung:

Sukhumvit Road 39, Klong Toei, Soi 8: Garküchen, Massageläden, Seven Eleven, Herrenschneider, Lady Boys, Backpacker, Taxis, Tuk Tuks. Aber weit und breit kein Bookstore.

Bangkok. Die Stadt der Engel hat sich über die Natur hinweggesetzt und sie gleichzeitig vereinnahmt. 9 Millionen Menschen leben in der Metropole Thailands. Und sie bevölkern sie lautstark, freundlich, lächelnd – selten hektisch. Wenn man sagen kann, dass das Stadtbild stark von Garküchen und Massagesalons, Bubbleteabars und Seven Eleven-Läden geprägt wird, kann man ebenfalls sagen, dass man selten sieht, dass jemand liest. Von Buchgeschäften ganz zu schweigen.[8]

Vor diesem Hintergrund erscheint es zunächst verwunderlich, dass sich ausgerechnet das Lesen neben dem weit öfter diskutierten Panem-Gruß zu einer international schlagzeilengebenden Protestform gegen Militärmachthaber entwickelt hat. Wie kam es dazu?

Als Protestform ist das Lesen in Thailand bereits vor der PDRC-Bewegung (Verweis auf Blog-Beitrag) mindestens einmal in Erscheinung getreten, und zwar im Juli 2013. Damals ironischerweise im Zusammenhang mit der oben erwähnten Ausrufung von Bangkok zur Welthauptstadt des Buches. Eine Gruppe von Aktivisten war der Ansicht, dass lärmende Aktivitäten im Rahmen des Projekts sinnlos und verschwenderisch seien, und rief Menschen zum stillen Lesen an öffentlichen Orten als Protest auf.[9]
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(Quelle: http://m.matichon.co.th/readnews.php?newsid=1373779808&grpid=03&catid=03)

Was das Lesen als eine Form des politischen Widerstands in Thailand angeht, ist der Einfluss ähnlicher Protestaktionen aus dem Ausland, vor allem der Türkei, unverkennbar[10]. In der Türkei trafen sich Menschen im Frühsommer 2013 zum stillen Lesen als Protest gegen die Polizeigewalt, mit der die türkische Regierung gegen Demonstranten auf dem Istanbuler Taksim-Platz vorging. Die türkischen Demonstranten nannten sich „Taksim Square Book Club“.[11] Einige Thailänder haben sich bereits im Juli 2013 öffentlich begeistert über die Leseaktion in Istanbul geäußert.[12] Das Read-in in Thailand ist also auf die Rezeption zeitgenössischer internationaler Protestformen zurückzuführen – vergleichbar mit dem Panem-Gruß, der ebenfalls in anderen Ländern als Symbol des Widerstands zu beobachten war.

Formal gesehen scheint das Lesen wie geschaffen für Anti-Putsch-Demonstranten in Thailand zu sein. In diesem Zusammenhang bemerkt einer der Lese-Demonstranten in einer Online-Reportage über den Widerstand gegen den Putsch: „Das Lesen als Aktion ist meiner persönlichen Meinung nach eine Lappalie im Vergleich zu Anti-Putsch-Demonstranten, die auf Soldaten losgehen oder diese beschimpfen. Fürs Read-in müssen wir nicht den gleichen Mut aufbringen. […] Wenn wir uns zu einem derartigen Read-in etwa in New York versammeln würden, würde es wohl keinem auffallen, weil das Lesen dort eine Selbstverständlichkeit ist. […] Aber in Thailand [ist das anders, PWT]. Unsere zweite und dritte Aktion ist den Passanten schon aufgefallen. Internationale Journalisten, die vor Ort über uns berichtet haben, haben versucht, Passanten darüber zu interviewen, ob sie wissen, was wir da machen. Die Leute wollten kein Interview geben. Aber sie sagten den Journalisten, dass sie wussten, dass wir gegen den Putsch lesen. Dies hat damit zu tun, dass man das [=das Lesen] an solchen Orten eben nicht macht.“[13]

Es ist durchaus wichtig, welche Bücher bei Protestaktionen in Thailand gelesen werden. Beliebt sind internationale Bestsellers wie:

– Gabriel José García Márquez: „Hundert Jahre Einsamkeit“,

– Albert Camus: „Mythos von Sisyphos“

– Erica Chenoweth: „Why civil resistance works“

– Peter Ackerman und Jack DuVall: „A Force More Powerful: A Century of Non-Violent Conflict“.

– April Carter u.a. (Hrsg.): „A Guide to Civil Resistance: A Bibliography of People Power and Nonviolent Protest, Volume One“.

Gesichtet werden aber auch Texte kritischer thailändischer Intellektueller und Wissenschaftler wie:

– Jit Phumisaks (จิตร ภูมิศักดิ์) „Chomna Sakdina Thai“ („โฉมหน้าศักดินาไทย“ / „Das Antlitz des thailändischen Feudalismus“); und

– Thak Chaloemtiaranas (ทักษ์ เฉลิมเตียรณ) „Thailand: The Politics of Despotic Paternalism“.

Das symbolträchtigste Buch scheint von Anfang an jedoch George Orwells Roman „1984“ gewesen zu sein. Das Lesen dieses Romans, der die Unheimlichkeit eines fiktiven totalitären Überwachungsstaats zum Thema macht, stellt eine inhaltlich passende Antwort auf das strikte Vorgehen der neuen Militärmachthaber in Thailand dar, deren erklärtes Ziel es ist, jegliche Formen kritischer Meinungsäußerungen über den Militärputsch mit harten Sanktionen wie Festnahme und Gefängnisstrafe zu unterbinden, öffentliche wie private politische Diskussionen durch Zensur und Einstellung des Sendebetriebs zahlreicher Medien einzufrieren und folglich das Denken der Bevölkerung zu uniformieren. Der Roman über den fiktiven Big Brother stellt sozusagen den realen Big Brother in Thailand bloß, der einen immer mehr um sich greifenden Überwachungsapparat installiert hat, um „der thailändischen Gesellschaft Glückseligkeit zurückzugeben“[14]. Daher ist Orwells weltberühmter Roman bei jedem öffentlichen Protestlesen zu sehen:

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(Quelle: http://www.khaosod.co.th/online/2014/05/14013663801401366421.jpg)

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(Quelle: http://prachatai.org/journal/2014/07/54340)

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(Quelle: http://bit.ly/1s1i5ub, Online-Reportage, Minute 04:16)

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(Quelle: http://thetypewriter.org/reading-1984-in-public-a-nerds-way-to-protest-in-thailand/)

Aufgrund seiner Symbolträchtigkeit gab es auch schon Gerüchte, dass Orwells „1984“ auf Anordnung des Militärs aus den Regalen von Buchhandlungen verschwunden sei[15]. Auf jeden Fall kann das Lesen des Romans an öffentlichen Plätzen momentan als Grund für eine Festnahme gelten, wie der Vorfall vom 22.06.2014 zeigt: Ein junger Mann in einer Studentenuniform setzte sich alleine an den Brunnen vor dem Kaufhaus Siam Paragon im Zentrum von Bangkok und begann damit, Orwells „1984“ zu lesen. Dabei ließ er aus seinem Smartphone die französische Nationalhymne ertönen. Seine Aktion erweckte sofort Aufmerksamkeit: Journalisten scharten sich um den jungen Mann und Sicherheitskräfte in Zivilkleidung waren prompt vor Ort. Kurze Zeit danach wurde er vor den Augen zahlreicher Passanten im wahrsten Sinne des Wortes von den Sicherheitskräften „verschleppt“.

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(Quelle: http://prachatai.org/journal/2014/06/54168)

Auch wenn dieser junge „1984“-Leser derweil wieder auf freiem Fuß ist, stellt sich die Frage, warum die Militärmachthaber so rigoros gegen das Lesen von Büchern als Protestform vorgehen (müssen)? Dass sie eventuell Angst davor haben, dass es sich rasch zu einem Massenprotest wie einst dem Protest der Rothemden verselbständigen könnte, was nicht mehr kontrollierbar wäre, sodass eine neue Massenbewegung entstehen könnte, ist wohl kaum eine Begründung. Schließlich war bislang gut zu sehen, dass an solchen Protestaktionen immer nur eine Hand voll Demonstranten teilgenommen haben. Meistens waren es kleinere Gruppen von 2-4 Personen. Nicht selten waren es bloß Einzelkämpfer. Außerdem handelt es sich ausschließlich um durchweg friedliche und geräuschlose Demonstrationen bar jeglicher Provokation und Aggression:

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(Quelle: http://bit.ly/1s1i5ub, Online-Reportage, Minute 04:52 und 02:22)

Ja, aber warum betreiben die Militärmachthaber in Thailand so viel Aufwand gegen diese lesenden Demonstranten und nehmen dabei Kritik aus dem In- und vor allem aus dem Ausland in Kauf?[16]

Im Jahr 2012 hat der wegen Majestätsbeleidigung verfolgte und seit einigen Jahren im Exil lebende Politiker Chakkraphop Phenkhae (จักรภพ เพ็ญแข) in einem Interview mit der thailändischen Online-Zeitung Prachatai (ประชาไท) folgende Bemerkung gemacht:

„การเกิดขึ้นของนิติราษฎร์เป็นการสร้างความรู้สึกคุกคามให้กับฝ่ายอำนาจเก่าอย่างรุนแรง นิติราษฎร์เป็นกลุ่มที่ฝ่ายอำนาจเก่ากลัวมากกว่า นปช.และคุณทักษิณเยอะ ทุกครั้งที่นิติราษฎร์ออกโรงมีความเคลื่อนไหว จะมีการยอมจากฝ่ายอำนาจเก่ามาก มากในทุกเรื่องในทุกมิติ […]

เมื่อกี้ไม่ได้พูดจากความคิดนะ พูดจากสิ่งที่เกิดขึ้นจริง ผมก็เป็นนักศึกษาจากของจริงเหมือนกัน ผมก็นั่งดู เอ๊ะ ทำไมนักวิชาการ 7 คนซึ่งไม่มีฐานอำนาจทางการเมืองใดๆ เลย ไม่มีลักษณะเชื่อมโยงทางการเมืองใดๆ เลย ไม่มีทุนทางการเมืองที่สนับสนุนอย่างชัดเจนใดๆ เลยถึงได้เป็นที่ครั่นคร้ามของผู้ที่มีอำนาจสูงสุด แล้วเรียกว่าสามารถชี้นำทุกอย่างโครงสร้างในสังคมปัจจุบันได้ ผมก็เลยได้คำตอบกับตัวเองว่า อำนาจที่ยิ่งใหญ่ที่สุดในการเปลี่ยนแปลงประเทศจากนี้ไป คืออำนาจในการเปลี่ยนแปลงความคิด มาสู่การเคารพในสิทธิมนุษยชนมากขึ้น ไม่จำเป็นต้องเป็นสิทธิทางการเมืองนะ สิทธิในการประกอบอาชีพ สิทธิของเด็ก สิทธิของคู่สมรส สิทธิของ sexual orientation สิทธิในทุกสิ่งทุกอย่าง เพราะมันจะกลับไปตอบโจทย์เดียวกัน“[17]

(„[…] Das Establishment hat die Geburt der Nitirat-Gruppe[18] als eine ernsthafte Bedrohung empfunden. Es hat weit mehr Angst vor Nitirat als vor der Rothemdenorganisation UDD und Thaksin. Bei jeder Aktion von Nitirat gibt das Establishment bei allen Themen und in allen Dimensionen nach… […].

Das sage ich nicht aus Berechnung, sondern aufgrund tatsächlicher Ereignisse. Auch ich lerne von der Realität. Ich beobachte es [=die Reaktion des Establishments auf Nitirat] und frage mich, warum diese 7 Wissenschaftler, die über keine politische Machtbasis verfügen und nicht mit irgendwelchen politischen Netzwerken verdrahtet sind und ohne jegliches politische Kapital sind, bei den höchsten Machthabern Angst und Schrecken verbreiten können. Man kann sagen, dass diese Wissenschaftler in der Lage sind, innerhalb unserer heutigen Gesellschaftsstruktur die bestimmende Rolle zu übernehmen. Ich erkläre es mir so, dass die stärkste Macht, die zu einer Veränderung dieses Landes führen kann, jene Macht ist, das Denken [der Menschen] so zu verändern, dass die Menschenrechte stärker respektiert werden. Dabei muss es nicht um politische Rechte gehen. Es können Rechte auf Arbeit, Rechte von Kindern, Rechte von Eheleuten, Rechte auf selbstbestimmte sexuelle Orientierung, ja alle Rechte sein. Denn sie beantworten die gleiche Frage [der Menschenrechte].“[19])

Auch wenn der Exil-Politiker in diesem Interview vom berühmten Juristenzusammenschluß Nitirat spricht, könnte man seine Einschätzung in folgendem Sinne auf die Reaktion der Junta auf lesende Demonstranten übertragen: Während eine Massenbewegung wie die Rothemden geheimdienstlich und militärisch schnell und effektiv in Keim erstickt bzw. bekämpft werden kann, weil es dabei größtenteils um konkrete Handlungen geht, stellt das selbständige Denken und Hinterfragen, für das das Lesen symbolisch steht, eine weit größere Gefahr für jeden Uniformierungsversuch dar. Das selbständige Denken hört nicht nur bei der Tagespolitik auf, sondern bohrt in alle möglichen dunklen Ecken hinein. Und darin könnte die Sorge der Militärmachthaber liegen. Schließlich beantwortet das Lesen nicht bestehende Fragen, sondern stellt weitere Fragen ans Bestehende. Und das könnte für Machthaber, die keine Fragen dulden, auf Dauer unangenehm, ja gefährlich werden.

In diesem Zusammenhang erscheint es verständlich, warum zwei Mitglieder der Nitirat-Gruppe, nämlich Sawatree Suksri (สาวตรี สุขศรี) und Worachet Pakeerat (วรเจตน์ ภาคีรัตน์) vom Militär einbestellt wurden und deren Festnahme von einer großen medialen Aufmerksamkeit begleitet wurde. Das Gleiche gilt für den Historiker Somsak Jeamteerasakul (สมศักดิ์ เจียมธีรสกุล) von der Thammasat Universität, der sich in seinen wissenschaftlichen Arbeiten vor allem mit der Geschichte und der Rolle der Monarchie auseinandersetzt und ebenfalls von den Putschisten einbestellt worden ist und nun per Haftbefehl verfolgt wird, bis heute als verschollen gilt. Und vor diesem Hintergrund ließe sich eventuell plausibel erklären, warum während der Konfrontation zwischen den Rothemden und der PDRC und deren im Hintergrund agierenden Unterstützern vor dem Militärputsch nicht die wichtigsten Anführer der Rothemden Opfer eines Attentats waren, sondern der politisch eher unbedeutender, den Rothemden nahe stehender Dichter Mainueng K. Kunthee (ไม้หนึ่ง ก. กุนที). Schließlich war Mainueng ein dichtender Denker und galt als ein wichtiges Verbindungsglied zwischen progressiven Intellektuellen und den Rothemden.

Zwar ist es – wie bereits erwähnt – kein Zufall, doch es kann als eine Ironie gesehen werden, dass das Lesen von Orwells „1984“ in Thailand nun genauso kompromisslos wie in der Romanvorlage bekämpft wird. Wir haben hier mit einer Metafiktion zu tun, allerdings nicht in der Kunst, sondern mitten im realen Leben. Entgegen der landläufigen Annahme, dass das Leben Vorlagen für die Kunst liefere, dass etwa die Literatur das Leben nachahme, scheint sich das Verhältnis in Thailand nach dem Militärputsch von 2014, also genau 30 Jahre nach „1984“, anders herum zu verhalten. Ob die Machthaber in Bangkok wissen, was das für ein Buch ist, das von den Demonstranten nun so gerne gelesen wird, weiß man nicht. Aber dass sie instinktiv die Gefahr, die diese geräuschlose Protestform ausstrahlt, spüren, ist nicht unleugbar.

Allerdings wird das Read-in in Thailand wohl eine Protestform einer Minderheit, nicht der gesamten Bevölkerung, sondern sogar nur der Bildungselite, bleiben. Um es zu einer Massenbewegung zu erweitern, dafür fehlt jeglicher Nährboden. Nicht von ungefähr zitierte der junge 1984-Leser vom Brunnen vor dem Siam Paragon schon fast hoffnungslos den Schluss des Romans, bevor er von den Sicherheitskräften im Zivil fortgetragen wurde:

„Es war alles in Ordnung, alles war in Ordnung! Der Kampf war vorüber. Er hatte den Sieg über sich selbst errungen. Er liebte Big Brother“, so geht Orwells „1984“ zu Ende.


[1] Der älteste Hinweis, den PWT finden konnte, war die Erwähnung dieser Statistik durch den damaligen Generalsekretär des thailändischen Office of Non-Formal and Informal Education in einer Rede zum International Literacy Day 2012: „According to the international statistics, Thais read eight lines a year, while Vietnamese and Singaporeans read five books per year and Northern Europeans read 24 books per year.“ Siehe: http://www.unescobkk.org/news/article/scoring-goals-for-international-literacy-day-in-thailand/, zuletzt aufgerufen am 06.07.2014. Da diese Nachricht auf der Website von Unesco Bangkok veröffentlicht wurde, ist die Statistik mit der internationalen Organisation in Verbindung gebracht und die Statistik als als „Unesco-Studie“ erwähnt worden, was allem Anschein nach nicht stimmt.

[2] Siehe u.a. http://nyranunu.wordpress.com/2013/11/23/thai-people-read-only-8-sentences-per-year-io-accept-and-face-this-incredible-truth/ und http://www.bangkokpost.com/print/311747/, beides zuletzt aufgerufen am 06.07.2014.

[3] Siehe beispielsweise http://englishnews.thaipbs.or.th/bangkok-people-read-newspapers/, http://www.bangkokpost.com/opinion/opinion/364512/reading-between-the-lies, zuletzt aufgerufen am 06.07.2014.

[4] http://www.unesco.de/6287.html, zuletzt aufgerufen am 06.07.2014.

[5] http://sclthailand.org/2011/08/why-thais-dont-read-books/, zuletzt aufgerufen am 06.07.2014.

[6] http://iflabangkok2013.tkpark.or.th/download/res12.pdf, zuletzt aufgerufen am 06.07.2014.

[7] http://www.thaiworld.org/th/thailand_monitor/answer.php?question_id=615

[8] http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/literatur/swr2-literatur-swr2-literaturen/-/id=659892/did=12886160/nid=659892/16we597/index.html, zuletzt aufgerufen am 06.07.2014.

[9] http://www.bangkokpost.com/lite/topstories/360735/book-campaign-slammed-as-a-non-page-turner und http://m.matichon.co.th/readnews.php?newsid=1373779808&grpid=03&catid=03, beides zuletzt aufgerufen am 06.07.2014.

[10] Vgl. http://www.prachatai.com/journal/2014/05/53587, zuletzt aufgerufen am 06.07.2014.

[11] http://www.aljazeera.com/indepth/inpictures/2013/06/2013624105477515.html, zuletzt aufgerufen am 06.07.2014.

[12] Siehe z.B. https://th-th.facebook.com/Immortalbook/posts/654556821239243, zuletzt aufgerufen am 06.07.2014.

[13] Interview in einer in Thailand gesperrten Online-Reportage. Quelle: http://bit.ly/1s1i5ub, zuletzt aufgerufen am 06.07.2014, hier ca. Minute: 5:00.

[14] http://www.prachatai.com/english/node/4117, zuletzt aufgerufen am 06.07.2014.

[15] http://bit.ly/V8W6qC, zuletzt aufgerufen am 06.07.2014.

[16] Zu internationale Reaktionen auf das rigorose Vorgehen des Militärs siehe u.a. http://www.scmp.com/news/asia/article/1538616/protesting-thai-reader-orwells-1984-dragged-police-bangkok, http://www.huffingtonpost.com/2014/05/31/thailand-protest-books_n_5423856.html, http://www.thejakartapost.com/news/2014/06/01/in-junta-ruled-thailand-reading-now-resistance.html, http://www.enca.com/thai-police-detain-anti-coup-protesters

[17] http://www.prachatai.com/journal/2012/04/39944, zuletzt aufgerufen am 06.07.2014.

[18] Nitirat (นิติราษฎร์) ist ein Zusammenschluss junger Dozenten der juristischen Fakultät der Thammasat University in Bangkok. Er wurde nach dem Militärputsch 2006 gegründet. Einer der bekanntesten Vorschläge dieser Juristen war, alle rechtlichen Folgen des Militärputsches von 2006 nachträglich für nichtig zu erklären. Darüber ist in der thailändischen Öffentlichkeit kontrovers diskutiert worden. Die Nitirat-Gruppe hat bis heute für viele lebhafte Diskussionen über juristische Fragen in Thailand gesorgt. Dazu gehört die Diskussion über die Problematik um § 112 des thailändischen Strafgesetzbuches über die Majestätsbeleidigung. Siehe u.a. http://www.independent.co.uk/news/world/asia/assault-on-professor-underscores-battle-over-thailands-monarchy-law-7576624.html, zuletzt aufgerufen am 06.07.2014.

[19] Deutsche Übersetzung von PWT.

Text und Redaktion: ████████████

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