Es gibt diesmal keine Audienz beim König

Es ist für alle Thais fast selbstverständlich, dass jedem Putsch eine Audienz beim König folgen muss. Angesichts seiner besonderen Stellung in der thailändischen Gesellschaft erscheint eine solche Audienz der Putschisten beim König nachvollziehbar, zumal sie für die thailändische Bevölkerung ein deutliches Signal ist, dass der Thron trotz des Putsches unangetastet bleibt. Der aktuelle Putsch ist insofern ungewöhnlich, als dass die traditionelle Audienz bislang ausgeblieben ist. Erst heute Abend und damit länger als einen Tag nach dem Putsch veröffentlichte Bangkok Post Online eine unscheinbare Meldung.

Diese berichtete soeben (23.05.2014, 22:37 BKK Zeit), dass der Anführer des Putsches General Prayuth Chan-ocha nach eigenen Angaben den thailändischen König bereits brieflich informiert habe.

Diese Mitteilung, so Prayuth, sei über das Sekretariat des „Büros für königliche Angelegenheiten“ an den Monarchen gesendet worden. Folglich sei keine persönliche Audienz beim König mehr erforderlich. Dieser Vorgang solle verhindern, dass der König in den Konflikt verwickelt werde.

Das Blatt bemerkt ebenfalls, dass die Anführer der vorangegangenen Putsche üblicherweise unmittelbar nach jedem Putsch den König in einer privaten Audienz aufgesucht hätten, die dann anschließend von allen Fernsehsendern ausgestrahlt worden sei.

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